Gerade sind wir noch der Verbotenen Insel entkommen, da mussten wir uns schon durch die Verbotene Wüste schlagen und kurz darauf von der Verbotenen Himmelsplattform flüchten. Ständig passiert was anderes und diesmal sind wir in einem Verbotenen Dschungel gelandet, dem Forbidden Jungle. Einziger Ausweg: Ein verstecktes Portal reaktivieren und dann nichts wie weg hier!
Forbidden Jungle führt die kooperative Forbidden-Reihe von Matt Leacock, der vor allem durch Pandemie und in neuer Zeit e-Mission bekannt ist, konsequent fort und bietet ein spannendes Abenteuer für bis zu 4 Spielende ab 10 Jahren. Darin versuchen wir, vier leuchtende Kristalle zu finden, sie an die Seiten eines Portals zu verschieben und so dem Dschungel zu entkommen, der dies aber in Form seiner Alien-Bewohner aktiv versucht zu verhindern.
Modulares Setup & Fähigkeiten
Das Spielbrett besteht aus modularen Plättchen, die zu Beginn verdeckt ausgelegt werden und im Verlauf des Spiels erkundet werden können. Dabei treffen wir auf verschiedene Maschinen, mit denen wir Plättchen und feindliche Kreaturen bewegen und zerstören können. Zentrales Element sind weiterhin die Abenteurer in unserem Team, die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten haben. Der Entdecker bewegt sich geschickt durch den Dschungel, die Ärztin heilt Lebenspunkte, die Chemikerin hat wirksame Mittel gegen Netze und Eier im Gepäck, und so weiter. Dazu gibt es noch einige Ausrüstungskarten, die uns dabei helfen.
Spielablauf: Aktionismus & Gefahr
Der Spielablauf von Forbidden Jungle gliedert sich in zwei Phasen, die in jeder Runde von jedem Spieler durchlaufen werden. In jedem Zug haben wir bis zu vier Aktionen, die wir beliebig kombinieren und mehrfach ausführen können. Wir können uns von Plättchen zu Plättchen oder durch Tunnel bewegen, Plättchen erkunden und so aufdecken, feindliche Kreaturen entfernen oder Maschinen aktivieren.
In der anschließenden Phase wird der Dschungel durch das Ziehen von Gefahrenkarten aktiviert. Die Anzahl hängt vom Spielfortschritt ab sowie von der zu Beginn gewählten Schwierigkeit, die wir beliebig nach oben justieren können. Grundsätzlich gibt es drei Entwicklungsstufen der feindlichen Aliens: Eier, aus denen Larven schlüpfen, die dann zu Aliens heranwachsen. Durch die Gefahrenkarten bewegen sich diese Kreaturen, werden zur nächsten Entwicklungsstufe aufgewertet oder die Aliens spinnen Netze, die unsere Bewegung im Dschungel einschränken. Außerdem können durch die Gefahrenkarten Plättchen einstürzen oder die Gefahr steigen (wodurch in den nächsten Runden weitere Gefahrenkarten gezogen werden.
Natürlich sind die Aliens nicht nur da, um im Dschungel friedlich ihre Netze zu verteilen. Am Ende des Zugs greifen sie alle Abenteurer auf ihrem Plättchen an, wodurch wir Forbidden Jungle verlieren können. Eine Niederlage steht uns nämlich ins Haus, wenn ein Abenteurer stirbt, keine der gegnerischen Figuren mehr im Dschungel platziert werden kann, die Gefahrenleiste den höchsten Wert erreicht oder die Siegbedingung nicht mehr erfüllt werden kann, weil kein Portal oder ausreichend Kristalle mehr vorhanden sind.
Bekanntes Konzept mit neuen Möglichkeiten
Forbidden Jungle folgt dem bekannten Konzept der drei Vorgänger-Titel aus der Forbidden-Reihe, das wiederum auf Pandemie aus dem Jahre 2008 basiert. Unsere Abenteurer mit Fähigkeiten führen 4 Aktionen aus, zufällige Gefahrenkarten machen uns das Leben schwer und am Ende versuchen wir das Spielziel zu erreichen, bevor eine der Niederlagenbedingungen eintritt. Langeweile kommt dadurch nicht zwangsweise auf, denn gerade bei Forbidden Jungle ist der Spielplan sehr modular und bietet durch die Maschinen-Plättchen viele Möglichkeiten zum Puzzeln. So ist jedes Spiel anders und der Ablauf wird ebenso maßgeblich davon bestimmt, welche Rollen uns zur Verfügung stehen und wie wir diese nutzen.
Forbidden Jungle ist leicht zu lernen und gut für Familien und Einsteiger zugänglich. Die Rundenabfolge ist sehr klar und wenn man einmal drin ist, kann man sich ganz auf das Spielziel konzentrieren und muss seine Hirnwindungen nicht noch für die Handhabung des Spiels selbst anstrengen. Startet man die Gefahrenleiste auf einfach oder Standard, bekommt man auch genau dies, ein einfaches Spiel bzw. eine normale Herausforderung. Das stellte uns vor keine größeren Schwierigkeiten. Geübte Spielgruppen dürfen daher gerne schon mit mehr Gefahr in Verzug beginnen.
Balance zwischen Planung und Improvisieren
Besonders hervorzuheben ist die Balance zwischen Planung und Flexibilität: Wir müssen oft improvisieren, um auf plötzlich auftretende Gefahren zu reagieren. Darin liegt aber auch eine der Schwächen des Spiels. Durch die zufällig gezogenen Gefahrenkarten und die zufällige Anordnung von Plättchen zu Spielbeginn kann es passieren, dass eine Partie unlösbar wird, egal, wie sehr wir uns anstrengen und gute Entscheidungen treffen. Auf den Zufallsfaktor sollten wir uns auf jeden Fall einstellen.
Fazit: bewährtes kooperatives Puzzle
Forbidden Jungle ist ein weiteres gelungenes kooperatives Abenteuer von Matt Leacock im bewährten System. Wer die Vorgänger-Titel mag, erhält hier insbesondere mit den Maschinen und den Alien-Entwicklungsstufen interessante Neuerungen in einem spannenden Setting. Für mich persönlich hat sich das System allerdings etwas zu bewährt angefühlt und ich brauche Forbidden Jungle nicht unbedingt auch noch in meiner Sammlung. Mit Sicherheit wird unser Absturz im Dschungel aber auch nicht das letzte Fauxpas gewesen sein! Forbidden River, Forbidden Mountain und Forbidden Frankfurter Main Station warten sicherlich auch noch auf ihre Entdeckung…
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Forbidden Jungle von Matt Leacock
Erschienen bei Schmidt Spiele
Erschienen bei Schmidt Spiele
Für 1-5 Spielende in ca. 45 Minuten ab 10 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (Schmidt Spiele)