Passend zur schaurigen Halloween-Zeit kam bei uns jüngst Monsters on the Moon auf den Tisch. Ein Spiel, dessen Mechanik sich ganz gut mit „Area Majority mit Plättchenlegen ohne Plättchen“ beschreiben lässt. Wer jetzt hier an Frankensteins Spielemonster denkt, ist schonmal im richtigen Setting angekommen.
Wir sind nämlich Monster, die den Mond besiedeln wollen. Dafür legen wir zunächst ein vorgefertigtes Muster aus Karten auf den Tisch, verteilen Handkarten, legen ein Wertungsbrett aus. Wer es etwas umfassender möchte (ich empfehle es von Anfang an), verteilt noch die Mauerklötzchen und die Aufträge. Die Aufträge kann man dabei auf zwei Arten spielen: Jedes Monster hat einen geheimen Auftrag oder es gibt drei offene Aufträge und jede/r wählt sich am Spielende einen davon aus. Die Aufträge geben am Spielende Siegpunkte für bestimmte gelegte Konstellationen an eigenen Monstern. Aber zurück zum Anfang und zu den Komponenten. Die Punktemarker sind aus Sperrholz und schön gestaltet. Der Rest des Spiel ist…kein wirklicher Hingucker und leider fühlen sich die Karten auch etwas billig an. Das ist für ein kleines kompaktes Spiel aber nicht so wild, wenn es denn Spaß macht.
Bevölkern wir also den Mond! Wer an der Reihe ist legt eine Karte aus. Auf dieser sind Köpfe von unterschiedlichen Monstern abgebildet. Mein Ziel: die Köpfe meines Monsters möglichst so zu platzieren, dass sie Gruppen bilden. Dabei darf ich meine Karte sowohl außen an bestehende Karten als auch auf vorhandene Karten legen. ABER: Es dürfen nie mehr als 2 der 6 Quadrate einer Karte mit einer einzigen Karte überdeckt werden. Heißt: es wird gepuzzelt. Und zwar möglichst so, dass mein Monster immer in Gruppen liegt und die gegnerischen Monster immer einsam und allein rumstehen. Überdecke ich einen Mondkristall, bekomme ich einen Siegpunkt. Lege ich einen Mondkristall mit meiner neuen Karte auf ein leeres Feld (die es nur in der Startaufstellung gibt), dann winkt ebenfalls ein Siegpunkt. Beim Erreichen bestimmter Schwellenwerte erhält man zudem ein Plättchen mit dem Kopf des eigenen Monsters, das man auf ein gegnerisches Monster legen darf. Ich darf jederzeit eine meiner beiden Mondraketen auf einen Mondkristall stellen. Diese Rakete verhindert, dass das entsprechende Feld überdeckt wird. Schlau gelegt, sabotiert man damit aber auch das Überdecken anderer Felder. Anstatt eine Karte zu spielen, darf ich in der Variante mit Mauern auch 3, 4 oder 5 meiner Mauern bauen. Diese verhindern ebenfalls, dass die entsprechenden Felder überdeckt werden und haben noch zwei Besonderheiten: Zwei gleiche Monster, die durch eine Mauer getrennt sind, bilden keine Gruppe mehr (hiermit kann man also andere sabotieren) und habe ich eine eigene Gruppe mit einer Mauer vollständig umschlossen, verdoppeln sich die Punkte für diese Gruppe.
Sobald der Nachziehstapel aufgebraucht ist, findet eine Zwischenwertung statt. Es winken 1 Punkt pro einzelnem Monsterkopf und 2 für jeden Monsterkopf in einer Gruppe. Umschließende Mauern verdoppeln diese Punkte, wie schon gesagt. Anschließend geht das Spiel weiter, bis niemand mehr Karten (und Mauern) hat bzw. legen kann und dann gibt es eine Schlusswertung. Zunächst ist die Schlusswertung identisch mit der Zwischenwertung. Zusätzlich wird aber im Spiel ohne Mauern die größte eigene Gruppe noch einmal gewertet. Außerdem gibt es nun noch die Punkte vom Mondstein-Wertungsbrett und von den Aufträgen. Es gewinnt, wer die meisten Punkte hat. Dazu gesellt sich, wie man es vom Spiel das! Verlag kennt, noch ein Solo-Modus.
Ich muss sagen, Monsters on the Moon lässt mich ein wenig ratlos zurück. An und für sich ist es ganz nett und schnell gespielt, aber wirklich überzeugt bin ich nicht. Ohne die Mauern und Missionen würde ich es tatsächlich, ehrlich gesagt, gar nicht mehr spielen, da es dann doch ein wenig zu „gehaltlos“ ist. Mit den beiden Varianten spielt es sich durchaus ganz nett. Aber warum kann ich nur 3, 4 oder 5 Mauern legen? Das führt leider manchmal dazu, dass ich nicht alle meine Mauern verbauen kann oder mehr bauen muss, als ich eigentlich brauche. Und wozu braucht man diese Zwischenwertung kurz vor Spielende? Ich meine, ja, ok, man hat nicht wirklich den Überblick, wer grade führt, aber durch diese Wertung wird der Spielfluss unterbrochen und man beginnt zu rechnen. Und apropos Rechnen: Es gibt zwar einen Wertungsblock. Trotzdem muss jede/r am Tisch erstmal ganz viel zählen und rechnen und man hat am Ende das Gefühl, mehr gezählt als gespielt zu haben. Das ist etwas schade. Und ich glaube, das ist ein gutes Schlusswort.
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Monsters on the Moon von Martin Schlegel
Erschienen bei Spiel das!
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sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Spiel das!)
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